Viele Schulabgänger nicht ausbildungsfähig - Unternehmen bemängeln Noten und Auftreten vieler Bewerber
Viele mittelständische Unternehmen haben auch für dieses Ausbildungsjahr Schwierigkeiten für offene Ausbildungsstellen geeignete Bewerber zu finden. Dies ergab eine aktuelle Umfrage des Bundes der Selbständigen Baden-Württemberg unter 1.174 Unternehmen im Land. So gaben 46,3 Prozent der aus-bildungswilligen Betriebe an, es sei für sie problematisch, neue Auszubildende zu finden.
Als größtes Problem bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden nannten die Arbeitgeber die mangelnde Qualifikation vieler Bewerber in Form schlechter Noten. Diese kritisieren rund 84 Prozent der Befragten. Ebenfalls problematisch sei das schlechte Auftreten und Erscheinungsbild vieler Schulabgänger, mit gut 67 Prozent die zweithäufigste Nennung. Vielen Bewerbern fehle es an Motivation, Durchhaltevermögen und Interesse am Beruf. Gegenüber diesen qualitativen Mängeln tritt der rein zahlenmä-ßige Mangel an Bewerbern derzeit offenbar noch in den Hintergrund. Nur rund ein Viertel (26,9 Prozent) der Unternehmen bemängeln fehlende Bewerbungen. Das oft diskutierte Problem mangelnder Sprachkenntnisse ist überraschenderweise nur für 22 Prozent der Selbständigen ein Thema.
Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsbereitschaft bei BDS-Unternehmen
Die Ausbildungsbereitschaft der im BDS organisierten Unternehmen ist traditionell deutlich höher als im bundesweiten Durchschnitt. Mit 47 Prozent liegt die Quote der ausbildenden Betriebe rund doppelt so hoch wie bei allen Betrieben in Deutschland. Dabei ist die Zahl im Vergleich zum Sommer 2006 (45,3 Prozent) noch mal um rund zwei Prozent gestiegen. „Die BDS-Unternehmen tragen damit ihren Teil zur Eindämmung des Fachkräftemangels bei, der zunehmend auch den Mittelstand betrifft“, kommentierte BDS-Präsident Günther Hieber, „Die Politik muss jedoch auch ihre Haus-aufgaben erledigen und sicherstellen, dass endlich alle Schulabgänger ausbildungsfähig sind.“
Hierzu hatte der BDS am vergangenen Montag eine eigene Bildungsstudie mit einem Forderungskatalog vorgelegt, in dem er unter anderem die sechsjährige Grundschule fordert.
In Handwerk und Industrie jeder zweite Betrieb betroffen
Besonders schwierig ist die Suche nach Auszubildenden für Handwerk und Industrie. In diesen Branchen haben jeweils rund 55 Prozent der Betriebe Schwierigkeiten, neue Auszubildende zu finden. Weniger kritisch ist die Situation dagegen bei Dienstleistern und Freiberuflern (36,4 Prozent) sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe (37,5 Prozent). Im Einzelhandel haben 41,8 Prozent der Betriebe Probleme.
Quelle: openPR
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